Die Geschichte des Räucherns

Der Brauch des Räucherns geht zurück auf den Ursprung der Menschheit und erlebe im Laufe der Jahrhunderte viele Veränderungen. In Europa wurde dieser Brauch lange nicht mehr gepflegt, erlebt nun aber eine Renaissance und wird beeinflusst von vielen Kulturen aus aller Welt.

Mit dem Feuer kam der Rauch

Geräuchert kann natürlich nur mit Feuer werden, weshalb die ersten Funde von Räucherwerk bis in die Steinzeit zurückgehen. Beim Zusammensitzen um das Feuer wurden verschiedene Hölzer in die Glut geworfen und schnell stellten die frühen Menschen fest, dass dieser Rauch unterschiedliche Düfte entwickelte und verschiedene Stimmungen erzeugte, er sich aber auch positiv auf die Gesundheit auswirken konnte. Mit dieser Entdeckung wurde versucht gezielt Wissen zu sammeln und bestimmte Hölzer oder Pflanzen verräuchert und, deren Wirkung auf die frühen Steinzeitmenschen beobachtet. Nicht nur Räume wurden mit einem guten Duft aromatisiert, sondern später auch Nahrungsmittel damit verfeinert.

Räuchern zu rituellen und heilenden Zwecken

Der Steinzeitmensch räucherte bereits zu rituellen Zwecken und auch auf den Hausaltären der Kelten war Räucherwerk zu finden. Bei den Kelten war es auch üblich vor allem zu bestimmten Festen in der großen Feuerstelle in der Siedlung rituelles Räucherwerk zu verbrennen. Die Ägypter versuchten mit dem Rauch Botschaften an ihre Götter zu senden und sie auch milde zu stimmen. In ägyptischen Ausgrabungsstätten wurden als Grabbeigaben unter anderem verschiedene Harze und Räuchergefäße gefunden. Die Griechen waren die erste Kultur, die das Räuchern nicht nur zu rituellen Zwecken nutzen, sondern es gezielt zur Heilung einsetzten. Der Vielgötterglaube der Römer sorgte dafür, dass auch sie Unmengen an Rächerwerk für die Zeremonien zu ehren ihrer Götter benötigten. Die Römer waren vermutlich jene Kultur, die neben dem Orient eine der ausgeprägtesten Räucherkulturen pflegten. In Amerika, bei den Indianern, hatte der Rauch ebenfalls einen großen Stellenwert. Er sollte den Menschen Heilung bringen, aber sie während verschiedener Zeremonien mit der Natur in Einklang bringen.

Räuchern heute

Noch heute wird das Räuchern aus den ursprünglichen Gründen zelebriert. Der Duft von kostbaren Harzen und aromatischen Kräutern wird etwa zur Reinigung von Räumen verwendet oder auch zur Heilung. Bei Meditationen unterstützt der Rauch die spirituellen Energien und immer häufiger werden bewusst Räucherstoffe genutzt um die Gesundheit zu fördern. Gerade in Zeiten großer Epidemien wie im Mittelalter während der Pest versuchte man bewusst mit Räucherwerk diese Seuche zu bekämpfen – wenn auch nicht mit Erfolg, trug es dennoch dazu bei um gesunde Menschen zu stärken. Frühere Generationen pflegten zudem regelmäßig Räucherrituale zu verschiedenen Feierlichkeiten und waren diese Bräuche lange fast gänzlich verschwunden, erleben sie heute wieder einen großen Zuspruch. Damit verbunden wird auch wieder mehr Räucherwerk verkauft, wie die Räucherkegel aus dem Erzgebirge, die Bergleute unter Tage mitnahmen oder die sogenannte Kräuterweihe am 15. August, wo die Kräuterbüschel geweiht werden, wird wieder häufiger in den Kirchen zelebriert.